Startseite / Blog

Affiliate

Provision für Affiliates festlegen: So rechnest du richtig

Wenn du die Provision für Affiliates festlegen willst, kommt es auf deine Marge an, nicht auf einen Pauschalsatz. Rechne zuerst aus, was ein Verkauf dir nach allen Kosten tatsächlich bringt, und entscheide dann, wie viel davon du abgeben kannst, ohne draufzuzahlen.

Erst die Marge berechnen

Das gehört vom Verkaufspreis abgezogen:

Der Rest ist das Maximum, das du überhaupt zahlen könntest. Du willst nie alles abgeben; du brauchst auch deinen Anteil.

Wovon die Affiliate Provision Höhe abhängt

FaktorWirkung
ProduktartDigitale Produkte, Kurse und Apps haben meist mehr Spielraum, bei physischen Waren ist er enger.
VerkaufsaufwandErklärungsbedürftige Produkte rechtfertigen einen höheren Satz.
PartnerqualitätPassende Zielgruppe und Verkaufserfahrung können einen besseren Satz rechtfertigen.
WiederkäufeBei Abos kannst du festlegen, wie lange Provision gezahlt wird.
KundenrabattJe größer der Rabatt, desto weniger Marge bleibt zum Teilen.

Einen allgemeingültigen Prozentsatz gibt es nicht, und Marktdurchschnitte nennen wir nicht, weil wir sie nicht belegen können.

Beispielrechnung (frei erfunden)

Die Zahlen dienen nur der Veranschaulichung.

Ein Produkt kostet 100 €. Nach Einkauf, Versand und Gebühren bleiben 40 € Rohmarge. Deine Community bekommt einen 10-%-Code, also 10 € Rabatt; es bleiben 30 €. Gibst du die Hälfte als Provision, sind das 15 €, also 15 % vom Listenpreis. Weil Retouren vorkommen, kannst du einen etwas vorsichtigeren Satz wählen.

Auf der Affiliate-Plattform von OdenaVerse legt der Anbieter die Gesamtprovision fest; bei einem Verkauf gehen zwei Drittel an den Influencer und ein Drittel an die Plattform. Bei 15 € Gesamtprovision bekäme der Influencer 10 €, die Plattform 5 €.

Influencer Provision pro Verkauf: Regeln, die du vereinbaren solltest

  1. Berechnungsgrundlage. Prozent vom Listenpreis, vom reduzierten Preis oder vom Gewinn? Schriftlich festhalten.
  2. Bestätigungsfrist. Provision erst final machen, wenn die Retourenzeit vorbei ist.
  3. Auszahlung. Monatlich oder ab einem Mindestbetrag.
  4. Tracking. Persönlicher Link, Code oder beides.
  5. Staffeln. Ein höherer Satz ab einer bestimmten Verkaufszahl kann motivieren.

Zu niedrig, zu hoch: die Risiken

Zu niedrig

Gute Creator winken ab oder bewerben dich nur halbherzig.

Zu hoch

Du frisst deine Marge auf und machst mit wachsendem Umsatz womöglich Verlust, besonders wenn Rabatte und Retouren dazukommen.

Rechtlicher Hinweis

Beiträge, für die es eine Provision gibt, müssen als Werbung erkennbar sein. Mehr dazu in Influencer-Werbung kennzeichnen. Die steuerliche Behandlung der Auszahlungen hängt vom Status des Partners ab; frag einen Steuerberater.

Nach Produktart denken

Die Provisionslogik hängt vom Produkt ab. Ein grober Rahmen:

ProduktartWas zu bedenken ist
Digitale Produkte, Kurse, E-BooksDie Kosten pro Verkauf liegen nahe null, die Marge ist breit. Du kannst großzügig sein, solltest aber deine Rückgaberegeln klären.
Apps und AbosEntscheide, ob die Provision einmalig ist oder über die Laufzeit des Abos gezahlt wird. Store-Gebühren drücken ebenfalls die Marge.
Physische WareHerstellung, Lager, Versand und Retouren verengen die Marge. Rechne genau.
Dienstleistungen (Termine, Workshops)Die Kapazität ist begrenzt, zu viele Verkäufe können dich überlasten. Denke die Provision von der Kapazität her.

Vorlage für deinen Provisionsplan

Bevor du ein Angebot machst, solltest du diese Sätze ausfüllen können:

  1. "Das Produkt kostet __ €, die Gesamtprovision beträgt __ %."
  2. "Follower erhalten einen __-%-Code; die Provision wird auf den reduzierten Preis / den Listenpreis berechnet."
  3. "Die Rückgabefrist beträgt __ Tage; danach ist die Provision final."
  4. "Auszahlung jeweils am __ des Monats ab einem Guthaben von __ €."
  5. "Partner dürfen ihren Code nicht für eigene Käufe nutzen."

Stehen diese fünf Zeilen, vermeidest du die meisten Streitigkeiten, egal wie hoch der Satz ist.

Den Satz im Zeitverlauf anpassen

Der erste Satz ist nicht endgültig. Schau dir in den ersten drei Monaten reale Daten an: durchschnittliche Retourenquote, Einfluss des Rabattcodes auf die Marge, Leistung der Partner. Ist die Marge besser als erwartet, kannst du starken Partnern eine Staffel anbieten. Ist sie schlechter, überdenke den Satz für neue Partner. Den Satz bestehender Partner ohne Vorwarnung zu senken beschädigt die Beziehung; kündige Änderungen schriftlich an und lass eine angemessene Übergangszeit.

Typische Fehler bei der Provisionshöhe

Geh diese Liste einmal durch, bevor du ein Angebot verschickst.

Den Satz im kleinen Rahmen testen

Du musst den Satz nicht auf einmal festschreiben. Kündige die erste Kampagne als Testsatz für eine begrenzte Zahl von Partnern und einen festen Zeitraum an. Am Ende schaust du auf deine echte Marge und behältst, erhöhst oder senkst den Satz. So bist du gegenüber Partnern ehrlich, und dein Satz beruht auf Daten statt auf Vermutungen. Halte Testzeitraum und das Vorgehen danach schriftlich fest.

Häufige Fragen

Wie hoch ist eine übliche Affiliate-Provision?

Es gibt keinen Standardwert; er hängt von Produkt, Marge und Partner ab. Rechne zuerst deine eigene Marge aus.

Provision auf den Preis oder auf den Gewinn?

Beides kommt vor. Wichtig ist, dass die Vereinbarung klar sagt, welche Basis gilt.

Was passiert bei Retouren?

Meist wird die Provision storniert oder gar nicht erst bestätigt. Lege das vor dem ersten Verkauf fest.

Kann ich Fixhonorar und Provision kombinieren?

Ja, Hybridmodelle gibt es. Mit reiner Provision startest du risikoarm; siehe Affiliate Marketing für kleine Unternehmen.

OdenaVerse aus Istanbul entwickelt Apps und Spiele und betreibt eine Affiliate-Plattform, auf der Anbieter Produkte kostenlos einstellen und ihre Provision selbst festlegen. Die Plattform ist derzeit auf Türkisch; schreib uns, wenn du deine Zahlen besprechen möchtest. Für die Creator-Seite lies Als Influencer Geld verdienen und stöbere im Blog.

Provision legst du selbst fest

Anbieter bestimmen ihren Satz selbst; der Eintrag ist kostenlos.