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Termine

Tattoo Terminbuchung: So richtest du dein System ein

Ein System für deine Tattoo Terminbuchung aufzubauen heißt im Grunde, die Planung, die du jeden Tag im Kopf machst, endlich irgendwo festzuhalten. Wer kommt, was wird gestochen, wie lange dauert es, ist die Anzahlung da, wo liegen die Referenzbilder? Wenn die Antworten über Instagram-DMs, ein Terminbuch aus Papier und die Fotogalerie verteilt sind, verlierst du Zeit, und irgendwann trägst du zwei Kunden in denselben Slot ein. In diesem Leitfaden zeigen wir Schritt für Schritt, wie du eine verlässliche Terminorganisation aufbaust, egal ob mit Papier oder mit einer Tattoo-Terminbuchungs-App.

Warum DMs und Papierkalender irgendwann nicht mehr reichen

Solange wenig los ist, behältst du alles im Kopf. Bei ein paar Kunden pro Woche reichen Notizbuch und Instagram-Nachrichten. Schwierig wird es, wenn mehr zu tun ist. Eine Kundin hat vor drei Wochen per DM ein Motiv geschickt, ein anderer will per WhatsApp den Termin verschieben, ein Dritter hat die Anzahlung überwiesen, aber keinen Namen in den Verwendungszweck geschrieben. Sobald die Infos an fünf Orten liegen, tauchen immer dieselben Probleme auf:

Eine gute Terminverwaltung bündelt all das in einem Eintrag pro Termin. Ob auf Papier oder im Handy, das Prinzip bleibt gleich.

Was jeder Termineintrag enthalten sollte

Betrachte die folgende Liste als Vorlage. Wenn du bei jedem neuen Termin dieselben Felder ausfüllst, geht mit der Zeit nichts mehr verloren.

  1. Name und Kontakt: Die Telefonnummer ist am wichtigsten, weil Erinnerungen und kurzfristige Änderungen darüber laufen.
  2. Terminart: Neues Tattoo, Folgesitzung, Nachstechen, Cover-up oder Piercing?
  3. Geschätzte Dauer: Nötig, um den Kalender richtig zu blocken.
  4. Körperstelle: Sie beeinflusst Dauer und Vorbereitung.
  5. Referenzbilder: Direkt am Termin gespeichert, damit du am Tag nicht suchen musst.
  6. Preis und Anzahlung: Vereinbarter Betrag, erhaltene Anzahlung und offener Rest.
  7. Notizen: Allergien, Farbwünsche, besondere Wünsche.

Terminarten voneinander trennen

Wenn alle Termine in einem Topf landen, wird die Planung schwerer. Ein kurzes Nachstechen und die erste Sitzung eines großen Rückenstücks brauchen ganz unterschiedliche Vorbereitung. Mit getrennten Terminarten siehst du auf einen Blick, wie voll der Tag ist, und später auch, wie viel Zeit welche Art von Arbeit einnimmt.

TerminartWas in den Eintrag gehörtWorauf achten
Neues TattooReferenz, Größe, Körperstelle, FarbeDesign vor der Sitzung freigeben lassen
FolgesitzungNummer der Sitzung, offener BetragDie letzte Sitzung sollte abgeheilt sein
NachstechenDatum des ersten Termins, ProblemstelleMeist kurz, passt gut zwischen größere Termine
Cover-upFoto vom alten Tattoo, neues MotivDesignzeit kann lang sein, früh planen
PiercingStelle, SchmuckwahlSchmuckbestand vorher prüfen

Bei mehrteiligen Projekten lohnt es sich, die Sitzungsnummer zu notieren. Ein „3/5“ zeigt dir und dem Kunden sofort, wie weit das Stück ist.

Zeit realistisch planen und Puffer einbauen

Der häufigste Fehler bei der Terminplanung: nur die reine Stechzeit zu rechnen. Ankommen, Stencil aufbringen, Korrekturen, Pausen, Verbinden und Verabschieden kosten ebenfalls Zeit. Leg einen Puffer fest, der zu deiner Arbeitsweise passt, und häng ihn an jeden Termin. Für ein Drei-Stunden-Motiv dreieinhalb Stunden zu blocken, erspart dem nächsten Kunden das Warten vor der Tür.

Viele Tätowierer legen große Stücke auf den Vormittag und kurze Termine oder Nachstechen ans Ende des Tages, wenn feine Details schwerer fallen.

Anfragen über einen einzigen Weg sammeln

Der erste Schritt zu geordneten Terminen ist, zu steuern, wie Anfragen reinkommen. Ein Kunde schreibt „sowas in der Art“ und schickt zwei Bilder, du fragst nach der Größe, er nennt die Stelle, du fragst nach Farbe... und das zieht sich über Tage. Mit einem Anfrageformular in deiner Instagram-Bio schickt der Kunde Art des Tattoos, Farbwunsch, Größe, Körperstelle und Referenzbilder in einem Rutsch. Du bekommst eine vollständige Anfrage und kannst direkt Preis und Termin vorschlagen.

Wie du mit Preisfragen umgehst, liest du in unserem Artikel zur Antwort auf Tattoo-Preisanfragen per DM.

Ohne Anzahlung kein fester Termin

Die Anzahlungsregel ist das Fundament jeder verlässlichen Terminbuchung. Sie schützt die Arbeit, die du ins Design steckst, und sorgt dafür, dass der Kunde den Termin ernst nimmt. Mach es zur Regel, dass ein Termin erst dann als „fest“ im Kalender steht, wenn die Anzahlung eingegangen ist. Wie hoch sie sein sollte und wie du die Stornoregeln formulierst, erklären wir ausführlich im Beitrag zur Tattoo Anzahlung.

Einen Tag vorher erinnern

Eine Erinnerungsnachricht ist der einfachste Weg, ausgefallene Termine zu reduzieren. Eine kurze, freundliche Nachricht am Vortag genügt. Pass die Vorlage an deinen Stil an:

Hi Lena, wir sehen uns morgen um 14 Uhr im Studio. Frühstücke vorher ordentlich und trink genug Wasser. Falls sich etwas ändert, sag mir bitte bis heute Abend Bescheid. Bis morgen!

Einen ausführlicheren Plan gegen Ausfälle findest du in unserem Artikel Kunde nicht zum Tattoo-Termin erschienen.

Worauf du bei einer Tattoo-Terminbuchungs-App achten solltest

Wenn du vom Papier auf digital umsteigen willst, wählst du zwischen einer allgemeinen Kalender-App und einer App speziell für Tätowierer. Ein allgemeiner Kalender speichert die Uhrzeit, aber keinen Platz für Anzahlung, Sitzungsfortschritt, Referenzbilder oder Studioanteil. Stell dir beim Vergleich diese Fragen:

Für genau diese Anforderungen haben wir Tattoo Artist Books entwickelt. Im Monatskalender und in der Tagesliste stehen Terminart, Dauer, Körperstelle, Referenzbild, Preis und Anzahlung zusammen. Abends bekommst du eine Benachrichtigung mit den Terminen von morgen, und die Erinnerung an den Kunden öffnet sich fertig formuliert in WhatsApp. Wenn es schnell gehen muss, legst du einen Schnelltermin nur mit Name und Uhrzeit an. Die App nimmt keine Provision, läuft über ein festes Abo und ist aktuell für iPhone verfügbar; an der Android-Version wird gearbeitet. Den aktuellen Preis findest du im App Store.

Was eine App dir allgemein bringen kann, liest du in unserem Ratgeber zur Tätowierer App.

Eine Wochenroutine für deine Termine

Das beste System nützt nichts, wenn du nicht regelmäßig reinschaust. Ein einfacher Vorschlag:

  1. Montag: Termine der Woche durchgehen. Fehlt eine Referenz, ist ein Design noch nicht freigegeben?
  2. Jeden Abend: Liste für morgen ansehen, Erinnerungen verschicken.
  3. Nach jeder Sitzung: Zahlung und Restbetrag sofort eintragen, nächste Sitzung planen.
  4. Wochenende: Freie Slots prüfen, offenen Anfragen ein Angebot schicken.

Fazit

Für ein funktionierendes Tattoo-Terminsystem brauchst du keine große Investition. Gewöhn dir an, bei jedem Termin dieselben Infos zu sammeln, trenn die Terminarten, plane die Zeit realistisch, mach die Anzahlung zur Regel und erinnere einen Tag vorher. Sobald diese Routine sitzt, ist das Werkzeug zweitrangig. Wer trotzdem alles auf einem Bildschirm sehen will, dem nimmt ein Terminbuch speziell für Tätowierer viel Arbeit ab.

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