„Was kostet das?“ ist die häufigste Nachricht im Instagram-Postfach jedes Tätowierers. Meist kommt ein Bild dazu, manchmal nicht einmal das. Es ist verlockend, sofort eine Zahl zu schreiben, aber ein Preis ohne Größe, Stelle und Detailgrad bringt dich entweder in die Verlustzone oder schreckt den Kunden ab. In diesem Artikel zeigen wir, wie du auf eine Tattoo Preisanfrage antwortest, fehlende Infos einsammelst und das Gespräch zu einem Termin führst, mit fertigen Nachrichtenvorlagen.
Warum du nicht sofort eine Zahl nennen solltest
Dasselbe Motiv kann handtellergroß am Handgelenk oder über den ganzen Unterarm gestochen werden. Farbe oder Black & Grey, Dichte der Schattierung und Schwierigkeit der Stelle verändern den Preis deutlich. Eine Zahl auf unvollständiger Grundlage kostet Vertrauen, wenn sie sich am Termin ändert. Ein knappes „komm vorbei, dann reden wir“ kann den Kunden aber ebenso abkühlen. Besser: mit ein paar kurzen Fragen die Infos sammeln und dann eine Spanne nennen.
Was du für einen Preis brauchst
Um einen Preis zu nennen, brauchst du in der Regel:
- Art des Auftrags: Neues Tattoo, Cover-up oder Nachstechen?
- Größe: Ungefähre Breite und Höhe in Zentimetern.
- Körperstelle: Handgelenk, Unterarm, Rippen, Rücken usw.
- Farbe: Black & Grey oder farbig?
- Referenzbilder: Ein paar Beispiele für Idee und Stil.
- Bei Cover-ups: Ein scharfes Foto vom alten Tattoo.
Wie du aus diesen Infos einen Preis kalkulierst, erklären wir im Artikel Tattoo Preise berechnen.
Nachrichtenvorlagen
1. Erste Antwort: Infos sammeln
Hat der Kunde nur „was kostet das?“ geschrieben, antworte herzlich und kurz und frag nach dem, was du brauchst. Nummerierte Fragen lassen sich leichter beantworten.
2. Wenn die Infos da sind: Spanne nennen
Einen exakten Preis vor dem fertigen Design zu nennen ist oft schwierig. Eine Spanne ist ehrlich und für den Kunden klar genug.
3. Der Kunde hat nur ein Bild geschickt
4. „Sag einfach den Preis“
Manche Kunden mögen keine Rückfragen. Dann hilft ein allgemeiner Einstiegspreis plus die Bitte um die wichtigsten Infos.
5. „Das ist zu teuer“
Leg deine eigene Regel zum Handeln fest. Auch ohne Rabatt kannst du Alternativen anbieten, etwa eine kleinere Größe oder weniger Details.
6. Nachfassen, wenn der Kunde sich nicht meldet
Highlights und angepinnte Infos
Damit du nicht jeden Tag dieselben Fragen beantwortest, lohnt sich ein Instagram-Highlight „Preise & Termine“. Darin: Einstiegspreis, Anzahlungsregel, Ablauf der Terminbuchung und häufige Fragen. Für die Anzahlung kannst du den Beispieltext aus dem Artikel zur Tattoo Anzahlung übernehmen.
DM-Verläufe abkürzen: das Anfrageformular
Die Vorlagen helfen, trotzdem gehen mit jedem Kunden ein paar Nachrichten hin und her. Mit einem Anfrage-Link in deiner Instagram-Bio bekommst du alle Infos auf einmal. Der Kunde füllt das Formular aus, du erhältst eine vollständige Anfrage.
Der Anfrage-Link von Tattoo Artist Books ist genau dafür gemacht: Der Kunde wählt in seiner eigenen Sprache Art und Farbe, gibt die Größe an, markiert die Stelle auf einer Körperkarte und hängt bis zu 6 Referenzbilder an. Du prüfst die Anfrage und schickst einen Angebots-Link mit Preis oder Preisspanne und deinen freien Zeiten. Der Kunde wählt seinen Termin selbst, ein Slot kann nicht doppelt gebucht werden, und das Angebot verfällt nach Ablauf. Damit entfällt auch das „Wann hast du Zeit?“-Hin-und-Her.
Antworttempo und Tonfall
Wer auf eine Preisanfrage spät antwortet, riskiert, dass der Kunde beim nächsten Studio anfragt. Du musst nicht sofort auf jede Nachricht reagieren, aber feste Zeiten am Tag für DMs helfen. Bleib freundlich und klar; kurze Fragen und konkrete Infos wirken besser als lange Erklärungen.
Typische Fehler im Preisgespräch
- Preis nur nach dem Bild nennen: Ändern sich Größe und Stelle, ändert sich der Preis, der Kunde merkt sich aber die erste Zahl.
- Zu breite Spanne: „Zwischen 200 € und 1.000 €“ sagt dem Kunden nichts. Infos sammeln und die Spanne eingrenzen.
- Anzahlung nicht erwähnen: Kommt sie erst später zur Sprache, hält der Kunde den Termin womöglich schon für fest.
- Jedem einen anderen Preis nennen: Ähnliche Preise für ähnliche Arbeiten schützen dich, wenn Kunden sich austauschen.
- Ohne Termin enden: Konkrete Tage nach dem Preis machen es leichter, aus dem Chat einen Termin zu machen.
Preisanfragen von internationalen Kunden
In Städten mit vielen Touristen kommen DMs in verschiedenen Sprachen. Eine kurze Vorlage auf Englisch griffbereit zu haben, spart Zeit:
Noch einfacher wird es, wenn der Kunde ein Formular in seiner eigenen Sprache ausfüllen kann; Tattoo Artist Books unterstützt dafür 8 Sprachen.
Fazit
Die beste Antwort auf eine Tattoo Preisanfrage ist schnell, aber nicht überstürzt: erst Stelle, Größe, Farbe und Referenzen sammeln, dann mit Spanne und freien Terminen antworten und die Anzahlungsregel gleich mit nennen. Vorlagen und ein Anfrageformular verkürzen den Ablauf. Wie es nach der Terminzusage weitergeht, liest du im Leitfaden zur Tattoo Terminbuchung.