Ein App Entwicklung Vertrag sollte vor allem drei Dinge regeln: wem Quellcode und Nutzungsrechte gehören, was genau zum Leistungsumfang zählt und wie geliefert wird, und wie die Zahlung an Meilensteine gekoppelt ist. Fehlt eines davon, hast du am Ende eine fertige App, die dir nicht vollständig gehört.
Dieser Artikel ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Lass den Vertrag vor der Unterschrift von einem Anwalt prüfen; Projekte und Rechtsordnungen unterscheiden sich.
Quellcode Rechte: warum so wichtig?
Die Rechte am Quellcode entscheiden, ob du später mit einem anderen Entwickler weiterarbeiten kannst. Gehört dir der Code nicht, hängst du für jede Änderung am ursprünglichen Team; schließt es, erhöht die Preise oder taucht ab, sitzt du fest.
Achte im Vertrag auf Folgendes:
- Wem gehört das gesamte Ergebnis (App, Backend, Designdateien)?
- Wann gehen die Rechte über: mit der vollständigen Zahlung oder in Etappen?
- Welche Lizenz gilt für bereits vorhandene Werkzeuge und Bibliotheken des Entwicklers, die in deinem Projekt stecken?
- Schränken Open-Source-Lizenzen im Code deine Nutzung ein?
Nutzungsrechte an der App: reicht "ich habe bezahlt"?
Computerprogramme sind in Deutschland durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG) geschützt. Urheber ist grundsätzlich, wer den Code schreibt. Dazu kommt der Zweckübertragungsgedanke: Eingeräumt werden im Zweifel nur die Rechte, die der Vertragszweck verlangt. "Ich habe bezahlt, also gehört mir alles" ist deshalb nicht immer belastbar. Der Vertrag sollte ausdrücklich festhalten, welche Nutzungsrechte eingeräumt werden, ob ausschließlich oder einfach, ob sie zeitlich oder räumlich begrenzt sind und ob du sie weitergeben oder die Software bearbeiten darfst. Die Details hängen vom Einzelfall ab; frag einen Fachanwalt für IT-Recht.
Leistungsumfang und Abnahme
Die meisten Streitigkeiten beginnen mit "War das enthalten?". Dagegen hilft:
- Funktionsliste: Screens und Funktionen einzeln aufführen.
- Ausschlüsse: Admin-Bereich, weitere Sprachen, eine zweite Plattform: ausdrücklich enthalten oder nicht.
- Zeitplan: Meilensteine, voraussichtliche Termine und was bei Verzug gilt.
- Änderungsmanagement: Wie Wünsche außerhalb des Umfangs ein schriftliches Angebot bekommen.
- Abnahmekriterien: Was muss funktionieren, damit die Leistung als erledigt gilt, und wie lang ist die Testphase?
Die üblichen Stufen findest du im Beitrag App Entwicklung Ablauf.
Zahlungsplan
Alles im Voraus oder alles bei Lieferung zu zahlen, ist für jeweils eine Seite riskant. Ausgewogener ist die Bindung an Meilensteine: Angebotsfreigabe, Design-Lieferung, Entwicklungs-Builds, Release. Jede Zahlung sollte einem Ergebnis entsprechen. Auch Rechnungsstellung und Umsatzsteuer gehören in den Vertrag; kläre sie mit deinem Steuerberater.
Geheimhaltung und Wettbewerbsverbot
Ist deine Idee noch nicht öffentlich, unterschreibe vor dem ersten Detailgespräch eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) und nimm zusätzlich eine Vertraulichkeitsklausel in den Vertrag auf, die Idee, Kundendaten und Geschäftsgeheimnisse abdeckt. Mehr dazu in App Idee schützen. Ein Wettbewerbsverbot (der Entwickler baut das gleiche Produkt nicht für andere) lässt sich verhandeln, ist aber rechtlich heikel und in der Wirksamkeit unterschiedlich; hol dir juristischen Rat.
Konten und Daten
- Store-Konten: Apple Developer und Google Play sollten auf deinen Namen laufen. Eine App später aus einem fremden Konto zu verschieben, ist mühsam.
- Domain und Cloud: Server, Datenbank und Domain sollten ebenfalls dir gehören.
- Personenbezogene Daten: Sammelt die App Nutzerdaten, sollten die Pflichten nach der DSGVO zwischen den Parteien schriftlich verteilt sein, etwa über einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Mehr in App Datenschutz und DSGVO.
Nach dem Launch: Wartung und Gewährleistung
Fristen für Fehlerbehebung, Gewährleistung und ein Wartungspaket gehören in den Vertrag. "Support nach dem Launch" allein ist zu vage: Nenne Umfang, Reaktionszeit und Preis. Das vertiefen wir in App Wartung und Updates.
Softwarevertrag-Checkliste
| Klausel | Prüffrage |
|---|---|
| Quellcode | Alles, zu welchen Bedingungen, an wen? |
| Nutzungsrechte | Schriftlich eingeräumt, Umfang, Dauer? |
| Leistungsumfang | Enthaltenes und Ausgeschlossenes aufgeführt? |
| Zeitplan | Meilensteine, Termine, Verzugsregel? |
| Zahlung | An Meilensteine gekoppelt, Rechnung klar? |
| Geheimhaltung | NDA und Vertraulichkeitsklausel? |
| Konten | Store- und Cloud-Konten auf wen? |
| Support | Gewährleistung und Wartung, Umfang und Dauer? |
| Beendigung | Wie wird bei Trennung übergeben? |
Praktische Schritte vor der Unterschrift
- Angebot und Vertrag abgleichen: Alles, was im Angebot besprochen wurde, sollte im Vertrag oder seinen Anlagen stehen. Mündlich Zugesagtes ohne Schriftform lässt sich im Streit schwer belegen.
- Anlagen verlangen: Screenliste, Zeitplan und technische Spezifikation als unterschriebene Anlagen.
- Entwurf von einem Anwalt lesen lassen: Besonders Rechteeinräumung, Haftungsgrenze und Kündigungsklauseln.
- Vertragsparteien prüfen: Stimmen Firmenname, Steuernummer bzw. USt-IdNr. und Vertretungsbefugnis der Gegenseite?
- Unterschriebene Kopie aufbewahren: Archiviere Schriftverkehr, Angebote und Übergabeprotokolle in einem Ordner.
Was ein Vertrag allein nicht löst
Ein gut geschriebener Vertrag ersetzt keine gute Zusammenarbeit. Er schützt dich im Streitfall, führt aber das Projekt nicht. Deshalb sind regelmäßige Kommunikation, Lieferung in Etappen und schriftliche Freigabe jeder Etappe ebenso wichtig wie der Vertrag. Muss eine Seite ständig auf den Vertrag verweisen, ist im Prozess früher etwas schiefgelaufen. Sieh ihn als Sicherheitsnetz: Du hoffst, ihn nie zu brauchen, aber sein Vorhandensein hält beide Seiten ehrlich.
Häufige Fragen
Was gehört in einen Softwareentwicklungsvertrag?
Parteien, Leistungsumfang, Lieferung und Abnahme, Zeitplan, Zahlungsplan, Quellcode und Nutzungsrechte, Vertraulichkeit, Wartung und Support, Kündigung und Streitbeilegung. Die Tabelle oben ist ein Ausgangspunkt.
Habe ich Anspruch auf den Quellcode?
Nicht automatisch. Steht nichts im Vertrag, kann der Anspruch strittig sein, also nimm Lieferung und Rechteeinräumung des Quellcodes ausdrücklich auf.
Kann ich den Vertrag selbst schreiben?
Einen groben Entwurf ja, aber die Prüfung durch einen Anwalt vor der Unterschrift ist meist günstiger als ein späterer Streit.
Darf der Entwickler dieselbe App für andere bauen?
Ohne Vertraulichkeits- oder Wettbewerbsklausel ist eine allgemeine Idee unter Umständen frei. Das Kopieren deines individuellen Codes oder Designs ist etwas anderes und kann das Urheberrecht verletzen. Frag einen Anwalt.
In OdenaVerses Komplettmodell gehört der gesamte Quellcode dem Kunden, Umfang und Ausschlüsse stehen im schriftlichen Angebot, und die Veröffentlichung läuft über die eigenen Apple- und Google-Konten des Kunden. Auf Wunsch unterschreiben wir vor dem ersten Gespräch eine NDA. Wenn du Optionen vergleichst, lies App Agentur auswählen oder schreib uns.