Die Kundenverwaltung wird mit wachsendem Studio immer wichtiger, und trotzdem vernachlässigen sie viele Tätowierer. In den ersten Jahren erkennst du Kunden am Gesicht, am Tattoo oder am Instagram-Namen. Bei ein paar hundert Kunden werden Fragen wie „was haben wir bei ihr gemacht, welche Farbe hat er nicht vertragen, wann war das Nachstechen?“ schwer zu beantworten. In diesem Artikel zeigen wir, was auf eine gute Kundenkarte gehört, wie du deine Kundenkartei ordentlich führst und wie du sie sinnvoll nutzt.
Warum Kundenverwaltung wichtig ist
Stammkunden und Empfehlungen machen beim Tätowieren einen großen Teil der Arbeit aus. Wer einen Kunden kennt, gibt ihm das Gefühl, geschätzt zu werden. Eine geordnete Kundenkartei hilft dir dabei:
- Stammkunden mit Blick auf frühere Arbeiten, Vorlieben und Empfindlichkeiten zu betreuen.
- bei Mehrfachsitzungen zu wissen, wo ihr steht und was noch offen ist.
- an Kunden zu denken, bei denen ein Nachstechen ansteht.
- zu sehen, woher deine Kunden kommen, damit dein Marketing an der richtigen Stelle ansetzt.
- No-Shows oder Zahlungsprobleme festzuhalten.
Was auf eine Tattoo-Kundenkarte gehört
Stell dir die Kundenkarte als die eine Seite vor, auf der alles steht, was du über diese Person wissen musst. Diese Felder sind ein guter Anfang:
| Feld | Beispiel | Wofür? |
|---|---|---|
| Name | Lisa Becker | Grundlegende Identität |
| Telefon | +49 151 0000000 | Erinnerung und Kontakt |
| @benutzername | Zurück zum DM-Verlauf | |
| Woher | Instagram, Empfehlung, Google, Laufkundschaft | Marketingentscheidungen |
| Gesamtumsatz | 1.450 € | Treue Kunden erkennen |
| Sitzungen | 6 | Gemeinsame Geschichte |
| Tattoos | Linker Unterarm, oberer Rücken | Nächste Arbeiten planen |
| Notizen | Latexempfindlich, braucht bei langen Sitzungen Pausen | Persönlicher Service |
Erhebst du sensible Daten wie Gesundheitsangaben, bewahre sie sorgfältig auf und hol die ausdrückliche Einwilligung des Kunden ein. Allgemeine Hinweise dazu findest du im Artikel zur Tattoo Einverständniserklärung.
Notizen: kleine Details, große Wirkung
Der wertvollste Teil der Kundenkarte sind meist die Notizen. Eine gute Notiz ist kurz, konkret und bei der nächsten Sitzung nützlich. Beispiele:
- Linkshänder; bei Armarbeiten die Liege umdrehen.
- Bei langen Sitzungen fällt nach der zweiten Stunde der Blutzucker; Saft bereitstellen.
- Liebt Farbe, denkt als Nächstes über ein florales Bein-Motiv nach.
- Die Schwester will auch ein Tattoo; Freundschaftspreis versprochen.
Solche Notizen geben Kunden das Gefühl, dass man sich an sie erinnert, und stärken die Beziehung.
Tattoo-Karte: Was ist schon auf der Haut?
Bei Stammkunden hilft es enorm zu wissen, wo sie schon Tattoos haben. Wie ein neues Motiv zu den vorhandenen passt, welche Stellen noch frei sind und welche alten Arbeiten ein Cover-up brauchen, siehst du auf einen Blick. Schon eine einfache Körperskizze auf Papier mit markierten Stellen hilft; digital geht das Markieren auf einer Vorder- und Rückansicht schneller.
Regeln für eine ordentliche Kundenkartei
- Karte beim ersten Kontakt anlegen: Sobald der Kunde schreibt oder einen Termin bucht. Was auf später verschoben wird, bleibt lückenhaft.
- Nach jeder Sitzung aktualisieren: Arbeit, Zahlung und neue Notizen gleich nach der Sitzung eintragen.
- Eine einzige Quelle nutzen: Stehen die Infos im Heft, im Handy und in einer Tabelle, weiß niemand, was aktuell ist.
- Keine Doppelten: Vor einer neuen Karte nach der Telefonnummer suchen.
- Nichts Unnötiges erheben: Was du nicht nutzt, kostet Zeit und bringt unnötige Datenschutzverantwortung.
Wie du die Kundenkartei nutzt
Nachstechen und Kontrolle
Sich nach dem Abheilen für eine Kontrolle oder ein Nachstechen zu melden, sichert die Qualität deiner Arbeit und hält den Kontakt. Steht das Datum der ersten Sitzung auf der Karte, siehst du, bei wem es Zeit ist.
Treue Kunden erkennen
Gesamtumsatz und Anzahl der Sitzungen zeigen dir deine treuesten Kunden. Ihnen neue Flash-Motive zuerst zu zeigen oder bevorzugt Termine zu geben, stärkt die Bindung.
Woher kommen die Kunden?
Füllst du das Feld „Woher“ ein paar Monate lang aus, siehst du, über welchen Kanal die meisten kommen. Vielleicht gibst du Geld für Werbung aus, während ein großer Teil über Empfehlungen kommt. Das hilft dir zu entscheiden, wohin Zeit und Budget fließen.
Zahlungen im Blick
Bei Mehrfachsitzungen sollte der offene Betrag auf der Karte stehen. Auch die Gesamtsumme aller offenen Beträge am Monatsende ist wichtig; mehr dazu im Artikel zur Buchhaltung für Tätowierer.
Heft, Tabelle oder App
Ein Kundenheft reicht für den Anfang, aber Suchen, Summieren und Erinnern sind mühsam. Eine Tabelle löst Suche und Summen, Bilder und eine Tattoo-Karte lassen sich darin aber schlecht pflegen. Eine App für Tätowierer verbindet die Kundenkarte mit Terminen und Zahlungen.
In Tattoo Artist Books stehen auf jeder Kundenkarte Kontaktdaten, Herkunft, Gesamtumsatz, Anzahl der Sitzungen und Notizen. Dazu kommt eine Tattoo-Karte auf Vorder- und Rückansicht einer Körperfigur, auf der du sofort siehst, wo der Kunde schon tätowiert ist. Weil Termine und Auftragsblätter mit der Karte verknüpft sind, aktualisieren sich Gesamtumsatz und Sitzungsanzahl von selbst. Das Starter-Paket gilt für bis zu 100 Kunden, das Pro-Paket für unbegrenzt viele. Benachrichtigungen zu Heilung und Nachstechen und eine Übersicht aller Kunden mit offenem Betrag kommen demnächst.
No-Shows und schwierige Kunden
Die Kundenkartei ist nicht nur für die angenehmen Kunden da. Wer ohne Bescheid nicht kam, spät gezahlt oder das Design immer wieder geändert hat, sollte ebenfalls notiert werden; so entscheidest du bei der nächsten Anfrage leichter. Halte solche Notizen sachlich und kurz und beschreib, was passiert ist, ohne persönliche Wertung. Was du bei No-Shows tun kannst, steht im Artikel Kunde nicht zum Tattoo-Termin erschienen.
Kurze Checkliste für neue Kunden
Wiederholst du diese fünf Schritte bei jedem neuen Kunden, hast du nach ein paar Monaten eine Kundenkartei, mit der du wirklich arbeiten kannst.
Fazit
Für eine gute Tattoo Kundenverwaltung brauchst du kein großes System: eine Karte pro Kunde und ein paar Zeilen nach jeder Sitzung reichen. Stehen Kontakt, Herkunft, Umsatz, Sitzungen, Tattoo-Stellen und kurze Notizen zusammen, betreust du Stammkunden besser und siehst, woher dein Geschäft wächst.