Piercing besteht aus kürzeren Terminen als Tätowieren, braucht aber mindestens genauso viel Sorgfalt bei der Organisation. Viele kurze Termine am Tag, für jeden eine andere Stelle und Schmuckwahl, wechselnde Schmuckpreise und Aktionen... Ohne geordnete Terminverwaltung und Piercing Preisliste gerät beides durcheinander, Kalender und Kasse. In diesem Artikel zeigen wir, wie du als Piercer Termine, Preisliste und Aktionen organisierst und worauf du bei der Wahl einer Piercer App achten solltest.
Was unterscheidet die Piercing-Organisation vom Tätowieren?
- Viele kurze Termine: Pro Tag kommen deutlich mehr Kunden als beim Tätowieren.
- Zweiteiliger Preis: Stechpreis und Schmuckpreis werden meist getrennt berechnet.
- Viele Stellen: Ohr, Nase, Lippe, Augenbraue, Bauchnabel und mehr, jede mit eigenen Varianten.
- Aktionen: Mehrfach-Rabatte und Treueaktionen sind verbreitet.
- Schmuckwechsel: Nach dem Abheilen kommen Kunden zum Wechseln wieder.
So gliederst du eine Piercing Preisliste
Eine klare Preisliste reduziert Fragen per DM und sorgt für Einheitlichkeit an der Kasse. Gliedere sie nach Körperstelle und trenn den Stechpreis vom Schmuckpreis. Die Tabelle ist nur ein Aufbaubeispiel; die Zahlen sind Beispiele:
| Stelle | Stechpreis | Standardschmuck | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Ohrläppchen | 40 € | ab 25 € | Für beide Ohren eigenen Preis festlegen |
| Helix | 50 € | ab 35 € | Knorpel |
| Tragus | 55 € | ab 35 € | Knorpel |
| Nasenflügel | 50 € | ab 35 € | Ring oder Stecker |
| Septum | 60 € | ab 40 € | Schmuckgröße wichtig |
| Bauchnabel | 55 € | ab 40 € | Anatomie prüfen |
Weil Schmuckpreise je nach Material und Modell schwanken, gibt dir eine „ab“-Angabe Spielraum. Materialien und Preisunterschiede in einem eigenen Katalog zu führen, macht es einfacher.
Katalog: deinen Schmuck erfassen
Ein Schmuckkatalog hält fest, welches Stück zu welcher Stelle passt, Material, Größe und Preis. Mit einem guten Katalog:
- zeigst du dem Kunden schnell die Auswahl.
- musst du dir Preise nicht jedes Mal merken.
- siehst du, welche Stücke besonders oft gewählt werden.
Ein Foto pro Stück beschleunigt die Entscheidung des Kunden.
Aktionen berechnen: das 5+1-Beispiel
Viele Studios bieten Treueaktionen wie „5 Piercings, das 6. gratis“. Damit das funktioniert, musst du genau wissen, wie viele Piercings jeder Kunde schon hatte. Stempelkarten aus Papier funktionieren nur, bis die Karte verloren geht. Kläre vor dem Start:
- Ist nur der Stechpreis gratis oder auch der Schmuck?
- Gibt es Einschränkungen bei der Stelle für das Gratis-Piercing?
- Ist die Aktion zeitlich begrenzt?
- Zählt ein Schmuckwechsel mit?
Zahlt ein Kunde zum Beispiel jedes Mal 50 € Stechpreis, ergeben fünf Piercings 250 €, und die sechsten 50 € übernimmt die Aktion. Ist der Schmuck nicht enthalten, zahlt der Kunde beim sechsten Mal nur den Schmuck.
Piercing-Termine organisieren
Kurze Termine füllen den Kalender schnell. Für geordnete Piercing-Termine:
- Stelle und Schmuck im Termin notieren: So prüfst du vorher, ob der Schmuck vorrätig ist.
- Dauer realistisch planen: Das Stechen geht schnell, Schmuckauswahl, Aufklärung und Pflegehinweise brauchen aber Zeit.
- Gruppen einplanen: Für Freunde, die zusammen kommen, aufeinanderfolgende Slots blocken.
- Schmuckwechsel als eigene Terminart: Kurze, aber regelmäßige Termine nach dem Abheilen.
Sei vorsichtig bei Alters- und Gesundheitsangaben. Welche Daten du mit welcher Einwilligung erheben solltest, erklären wir allgemein im Artikel zur Tattoo Einverständniserklärung; die genauen Regeln klärst du mit einem Rechtsanwalt.
Pflege und Kontrolle nach dem Piercing
Auch nach dem Piercing sind schriftliche Pflegehinweise wichtig. Unsere Vorlagen zur Tattoo Pflegeanleitung lassen sich gut anpassen: wie oft reinigen, nicht am Schmuck drehen, nachts nicht darauf liegen und wann der Schmuckwechsel ansteht.
Worauf es bei einer Piercer App ankommt
| Bedarf | Was die App können sollte |
|---|---|
| Preisliste | Preise nach Körperstelle und Schmuckkatalog |
| Aktionen | Zähler pro Kunde für Treueaktionen |
| Stellenwahl | Auswahl über Körperstellen-Schemata |
| Termine | Schnelle Erfassung kurzer Termine |
| Zusammen mit Tattoos | Piercing- und Tattoo-Termine im selben Kalender |
| Zahlungen | Bar, Karte, Überweisung erfassen und Monatsbericht |
Das Piercing-Modul in Tattoo Artist Books
In Tattoo Artist Books stehen Piercing-Termine als eigene Terminart im selben Kalender wie Tattoo-Termine. Das Piercing-Modul enthält Schmuckkatalog, Preisliste, 5+1-Aktionsrechner und Körperstellen-Schemata. Für kurze Termine legst du einen Schnelltermin nur mit Name und Uhrzeit an, erfasst Zahlungen bar, per Karte oder Überweisung und siehst sie in der Monatsübersicht. Wird in deinem Studio sowohl tätowiert als auch gepierct, hilft dir für die allgemeine Organisation der Leitfaden zur Tattoo Terminbuchung.
Preisfragen zum Piercing beantworten
Preisfragen zum Piercing sind leichter zu beantworten als bei Tattoos, weil der Stechpreis pro Stelle feststeht. Da der Schmuck den Gesamtpreis verändert, vermeidet eine zweiteilige Antwort Missverständnisse:
Ausführlichere Vorlagen für Preisfragen findest du im Artikel zu Antworten auf Tattoo-Preisanfragen.
Piercing-Umsatz am Monatsende getrennt sehen
Wird im Studio tätowiert und gepierct, zeigt dir ein getrennter Piercing-Umsatz, wie viel jede Leistung beiträgt. Stechpreise und Schmuckverkauf getrennt zu verfolgen, hilft außerdem bei der Lagerplanung: Siehst du, welche Modelle oft verkauft werden, bestellst du gezielt nach. Zur allgemeinen Einnahmen-Ausgaben-Übersicht lies den Artikel zur Buchhaltung für Tätowierer.
Wann du die Preisliste anpassen solltest
Überprüf deine Preisliste, wenn sich Einkaufspreise ändern, du eine neue Schmuckserie aufnimmst oder die Nachfrage nach einer Stelle deutlich steigt. Aktualisiere Instagram-Highlights und die gedruckte Liste im Studio gleichzeitig; zwei verschiedene Preise im Umlauf führen zu unnötigen Diskussionen. Preise, die du vor der Änderung zugesagt hast, wie versprochen einzuhalten, erhält das Vertrauen.
Fazit
Ordnung bei Piercing-Terminen und Preisliste beginnt damit, die vielen kurzen Termine zu strukturieren. Gliedere die Preisliste nach Körperstelle, trenn Stech- und Schmuckpreis, führ deinen Schmuck in einem Katalog, leg klare Aktionsregeln fest und erfasse, wie viele Piercings jeder Kunde hatte. So bekommen Kunden klare Infos, und am Monatsende stimmen Kasse und Aufzeichnungen überein.